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FAQ - Frequently Asked Questions

Was sind die größten Nachhaltigkeitsherausforderungen?
Rodungen in Regen- und Primärwäldern, der Verlust von Biodiversität, die Konversion von Flächen mit hoher Kohlenstoffbindung in landwirtschaftliche Nutzflächen, Verbesserung der Treibhausgasbilanzen von Biokraftstoffen sowie die Einhaltung von Mindeststandards im sozialen Bereich (keine Kinderarbeit, keine „Sklavenarbeit“).
Können die bestehenden Nachhaltigkeitsprobleme mit einer Zertifizierung, die nur die Biomasseverwendung für Biokraftstoffe umfasst, gelöst werden?
Nein. Die Zertifizierung von Biokraftstoffen ist nur der Anfang. Alle Verwendungsformen müssen einbezogen werden, sonst bleibt die Zertifizierung wirkungslos. Palmöl wird beispielsweise weit überwiegend in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, nur ein sehr geringer Teil findet Verwendung in der Biokraftstoffproduktion. Wenn der kleine Anteil für die Biokraftstoffe nachhaltig produziert wird, gleichzeitig aber weiter Brandrodungen für die Ausdehnung der Palmölproduktion für die Lebensmittelproduktion stattfinden, dann ist nichts erreicht.
Werden Landnutzungsänderungen im Projekt berücksichtigt?
Das Projekt wird sich intensiv mit der Frage beschäftigen, wie direkte und indirekte Landnutzungsänderungen berücksichtigt werden können. In der internationalen Nachhaltigkeitsdebatte gilt dies als die größte Herausforderung. Allerdings ist es nicht richtig, Landnutzungsänderungen nur den Biokraftstoffen anzulasten. Die wesentlichen Treiber für die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen sind Bevölkerungswachstum und erhöhter Wohlstand in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern.
Es gibt schon so viele Projekte zur Nachhaltigkeit. Warum benötigt man dann noch dieses Vorhaben?
Es gibt zahlreiche Studien, die sich mit unterschiedlichen Facetten der Nachhaltigkeit beschäftigen. Der Ansatz, ein globales, verschiedene Biomasse und Biokraftstoffe umfassende Pilotvorhaben zur praktischen Überprüfung der Nachhaltigkeit und der Treibhausgasemissionen durchzuführen, wird bislang nur von ISCC verfolgt.
Setzt die deutsche Nachhaltigkeitsverordnung den Rahmen für die Durchführung des Projekts?
Die deutsche Nachhaltigkeitsverordnung spielt eine wichtige Rolle bei der Durchführung des Vorhabens. Die Orientierung an einer nationalen Regelung bei der Etablierung eines global ausgerichteten Zertifizierungssystems greift allerdings zu kurz, da Biokraftstoffe und Biomasse in globalen Märkten gehandelt werden. Daher ist eine Orientierung an europäischen (EU-Kommission) und internationalen (G8+5) Regelungen sinnvoll.
Was ist die Grundphilosophie des Projektes?
Unabdingbare Voraussetzung für die Etablierung des geplanten Zertifizierungssystems ist ein transparenter, offener Multistakeholder-Prozess. Dieser Ansatz wurde bereits in der Konzeptionsphase zugrunde gelegt und wird jetzt mit den beteiligten Unternehmen und Institutionen fortgesetzt. Wer noch Interesse am Vorhaben hat, kann sich beteiligen.
Dauert die Pilotphase nicht zu lange?
Erste umsetzbare Ergebnisse aus Einzelpiloten werden bereits nach ca. 3 – 6 Monaten vorliegen. Die Überprüfung aller notwendigen Komponenten auf Funktion und Gewährleistung der Nachhaltigkeit wird jedoch eine Dauer von ca. 2 Jahren erfordern.
Ist das nicht alles viel zu kompliziert?
Das Thema Nachhaltigkeit hat viele Dimensionen und ist damit auch sehr komplex. Scheinbar einfache Lösungen führen bei der Umsetzung zu extremen administrativen Aufwand und Problemen, gerade weil sie die Komplexität nicht berücksichtigen.
Was geschieht am Ende der Pilotphase?
Am Ende der Pilotphase soll ein international akzeptiertes, funktionierendes Meta-System für den Nachweis der Nachhaltigkeit und der Treibhausgasemissionen über den Lebensweg stehen. Die Übergabe an eine internationale Organisation ist geplant.
Die Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit ist sehr hoch. Kann ein Zertifizierungssystem dem gerecht werden?
Realistische Erwartungen sollten an das System gestellt werden. Das Zertifizierungssystem wird nicht alle Probleme der Welt lösen und nicht vermeiden können, dass sich Menschen kriminell verhalten. Die Zertifizierung sollte sich auf die dringendsten und größten Nachhaltigkeitsherausforderungen konzentrieren und Anreize für ein nachhaltiges Verhalten setzen.